Barbara Thalheim

Der Kieselstein

Die Liebe hat sich eingerollt, fühlt
den Winter schon im Herbst
Die Faust, die in der Quelle kühlt
den Kieselstein, das kleine Herz

Der Körper unterm Mantel wächst
schmerzt, hofft und verflucht
Ich stand abseits, wie verhext
Und wartete, ob du uns nicht
vielleicht grad heute noch einmal besuchst

Der Wein der uns so arglos taucht
in ein Meer aus Zärtlichkeit
mit Schwüren hilflos und verhaucht
wie in der Wundertütenzeit

Und niemand weiß, was kommen wird
Und jeder weiß, wonach wir suchen
Hat sich das Herz vielleicht geirrt
Ich stehe in der offenen Tür,
denn du kommst uns noch mal besuchen

Fortuna gibt ein Abschiedsfest
Und alles tanzt und trinkt und scherzt
Der erste Preis ein dicker Scheck
In meiner Faust - wie aus Protest -
der Kieselstein pulst wie ein Herz.
Stream naživo