Barbara Thalheim

Leere Wohnungen in Paris

In Paris gib's Wohnungen die leer stehen / Flure führen zu Zimmern mit blankem Parkett /
kein Duft in der Luft, kein Buch, auch kein Bett / kein Törtchen auf keinem Tablett

Vergittert und verhangen die Fenster / kein Sonnenstrahl dringt hindurch auch kein Wind spielt mit ner Zeitung auf dem Spind /
kein Ball, nirgendwo lacht ein Kind

Was wird gespielt auf dieser Bühne? Was für ne Wüste, tote Welt? Psst! Das ist das schlafende Geld

Und hinter vergoldeten Toren gibt's Gärten, geöffnet für einige Wenige nur in Paris/
kein Ton in der Luft noch von Sommerkonzerten/ kein Sündenfall / kein Paradies.

Und im Schatten langer Palisaden schlafen Häuser verschlossen und stumm /
es bröckelt von alten, grauen Fassaden Vergangenheit, Erinnerung

Was wird gespielt auf dieser Bühne? Was für ne Wüste, tote Welt? Psst!
Das ist das schlafende Geld

Und Türme türmen sich auf in den Citys mit klimatisierten Computer-Alleen /
die Menschen sind weg längst in ihren Silos / die nächste Schicht gut zu bestehen

Schwach schlägt das Herz der großen Städte abends als Dialyse- Patient
Stand-by zucken High-tech Geräte/ kaufen /verkaufen / Konsument

Was für eine Wüste/ was für durchschaubare Gelüste/ Menschen stören in den Städten/
Immobilien und Diäten nur für die, die Schmott aussäten

Und was bleibt vom genialen Genie der Bastille? Nichts, als eine Pyramide des schlafenden Gelds. Psst!
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